JS-Weine

Winzer, Weine, Originale

Die Tropfen mit dieser Vignette verkörpern für ihre Macher die Idealvorstellung vom Wein: besondere Ausdrucksstärke, nachhaltiger Geschmack und komplexes Aromenspiel, das durch innere Kraft und Mineralität gebildet wird. Grundlage dieser Weine sind allerbeste Trauben aus perfekt gepflegten Anlagen mit rigorosen Ertragsbeschränkungen. So entstehen – mit sehr viel Zeit bei der Weinwerdung und beim Ausbau im Keller – ungewöhnlich dichte und vielschichtige Kreszenzen als Ausdruck der ganz persönlichen Handschrift des jeweiligen Junges Schwaben-Winzers. Jeder Wein mit der JS-Vignette muss einstimmig von allen fünf Mitgliedern zugelassen und mit dem Schriftzug „Junges Schwaben“ auf dem Etikett gekennzeichnet als Qualitätswein vermarktet werden. Die Roten kommen frühestens zwei Jahre nach der Ernte in den Verkauf, die Weißen nach einem Jahr. Der Öffentlichkeit vorgestellt werden sie bei der jährlichen JS-Präsentation Ende Januar in Stuttgart. Jochen Beurer hat sich dabei auf die Rebsorte Riesling spezialisiert, Sven Ellwanger auf den Sauvignon Blanc, Hans Hengerer auf den Spätburgunder, Rainer Wachtstetter auf den Lemberger; einzig Jürgen Zipf kreiert Jahr für Jahr eine rote Cuvee..

Aufgrund der ausgezeichneten Traubenqualitäten und der langen Ausbaudauer kommt die moderne Kellertechnik bei den JS-Weinen nur sehr sparsam zum Einsatz. Sie sind nach ihrer Freigabe genussbereit, aber noch nicht perfekt ausgereift. Jeder Junges Schwaben-Wein hat eine lange Entwicklungsphase vor sich, bis er seine Persönlichkeit zur vollen Entfaltung bringt. Deshalb sollte sich der Genießer (oder die Genießerin) gleichfalls Zeit nach dem Entkorken nehmen. Am besten kommen die edlen Tropfen in großen Gläsern zur Geltung. Sie profitieren von der Belüftung in einer Karaffe. Viel Vergnügen!

 
2017 Spätburgunder Junges Schwaben trocken, Weingut Kistenmacher & Hengerer

2017 Spätburgunder Junges Schwaben trocken
Weingut Kistenmacher & Hengerer

Boden: Keuperverwitterung
Vinifikation und Ausbau: Selektive Handlese, 21 Tage Maischegärung, 22 Monate Reifung im kleinen Holzfass, der Wein wurde unfiltriert abgefüllt.
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 1,8 g/l
Säure: 5,4 g/l

Farbe: Kirschrot, strahlend.

In der Nase: Der Wein duftet nach Himbeeren, Erdbeeren, Cassis, Blaubeeren, Brombeeren, Kirsche, Mandeln, Pfeffer und Gewürzen, abgerundet durch eine feine Holznote, Vanille und Schokolade.

Am Gaumen: Nuancen von Schokolade, Brombeeren, Kirsche, Cassis, Pfeffer, Vanille, Gewürzen und Nelke. Schöne Dichte mit einer feinen Säure, feine Tannine und einer feinen Holznote. Saftig und elegant.

Fazit: Hans Hengerer glänzt in seinem Element, dem Spätburgunder. Selten verspürte ich bei seinem Spätburgunder so viel Eleganz, Grazie und Finesse bei gleichzeitiger Kraft, Länge, Komplexität und Struktur. Der 2015 Spätburgunder Junges Schwaben ist ein gutes Beispiel dafür, wie Hans Hengerer den Spätburgunder in seinem Herzen trägt. Lagern!

Kurz & Knapp: Finessenreicher Spätburgunder mit Noten von Kirsche, Cassis, Pfeffer und Gewürzen. Ein anmutiges Kraftpaket.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2017 Junges Schwaben Rotwein Cuvée trocken, Weingut Zipf

2018 Junges Schwaben Rotwein Cuvée trocken
Weingut Zipf

Boden: Untere bunter Mergel
Vinifikation und Ausbau: Kaltmazeration, Maischegärung, 22 Monate im Barrique ausgebaut (80% neues Holz), unfiltriert abgefüllt. Rebsorten: Lemberger, Spätburgunder, Merlot, Cabernet
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 2,1 g/l
Säure: 5,4 g/l

Farbe: Dunkelschwarz, strahlend.

In der Nase: Bouquet aus Gewürzen, Pfeffer, rotem Paprika, Schokolade, Lakritze, Vanille und einer feinen Holznote.

Am Gaumen: Präsente Tannine und eine feine Holznote mit Aromen von Paprika, dunklen Beeren, Cassis und Mandeln, dazu würzige und rauchige Noten sowie Pfeffer. Stoffig, lang und saftig. Komplexe Struktur und Dichte.

Fazit: Der 2016 Cuvée Junges Schwaben von Jürgen Zipf wirkt noch sehr jung und steckt noch in den Kinderschuhen - dennoch ist er vielversprechend. Hier wird man als Kunde gefordert, da man viel Geduld aufbringen muss, um diesen Wein auf seinem Höhepunkt zu genießen. Einfach kaufen und 3-5 Jahre zur Seite legen.

Kurz & Knapp: Vielversprechende Rotweincuvée mit einem Bouquet aus Paprika, Pfeffer und Gewürzen sowie einer feinen Holznote.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2019 Sauvignon Blanc Junges Schwaben trocken, Weingut Bernhard Ellwanger

2018 Sauvignon Blanc Junges Schwaben trocken
Weingut Bernhard Ellwanger

Boden: Stubensandstein
Vinifikation und Ausbau: neun Monate Spontangärung in 300 l und 500 l Holzfässern, im Anschluss fünf Monate Ausbau im Edelstahltank auf der Feinhefe.
Alkohol: 13,0 %
Restzucker: 2,9 g/l
Säure: 6,4 g/l

Farbe: goldgelb, strahlend

In der Nase: Litschi, Pfirsich, Aprikose, Zitrusfrüchte, Limettenschale, Ananas, Bananenschale, Passionsfrucht, Mango, Stachelbeeren, Cassis, grüner Paprika, Mandarine, Orange, grasig, Basilikum, eine feine Holznote und rauchig.

Am Gaumen: Limette, Grapefruit, Passionsfrucht, Ananas, Mango, exotische Früchte, Litschi, dezent Vanille, stoffig, lang, feines Holz, elegant, saftig, rauchig, cremig, feine Mineralität, dicht und komplex

Resümee: Ein Sauvignon Blanc mit Tiefe und Komplexität. Hier ist Sven Ellwanger ein Sauvignon Blanc mit Charakter, Eleganz und Komplexität gelungen. Das Holz ist sehr gut integriert, der Wein wirkt komplex und hat dennoch eine sehr feine Struktur.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2018 Pfaffenhofen Hohenberg Lemberger Junges Schwaben trocken, Weingut Wachtstetter

2018 Pfaffenhofen Hohenberg Lemberger Junges Schwaben trocken
Weingut Wachtstetter

Boden: Schilfsandstein und Gipskeuper
Vinifikation und Ausbau: Selektive Handlese, 25 Tage Maischegärung, 23 Monate im Barrique gereift, unfiltriert abgefüllt.
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 2,2 g/l
Säure: 5,2 g/l

Farbe: Dunkelschwarz, strahlend.

In der Nase: Der Wein duftet nach Pfeffer, Gewürzen, Cassis, Bananenschale, Vanille, dunkler Schokolade und Kakao, ergänzt um eine feine Holznote.

Am Gaumen: Würzige Noten und Pfeffer, gepaart mit Cassis, Brombeeren, dunklen Beeren, Vanille, Schokolade und Röstaromen und ummantelt von feinen Tanninen. Stoffig, lang und saftig mit Struktur und Tiefe.

Fazit: Rainer Wachtstetter ist Monsieur Lemberger par excellence! Seine Lemberger sind sehr dicht und sortentypisch würzig mit einer wunderbaren begleitenden Frucht. Seine Weine sind stets elegant und ausdrucksvoll. Lagern!

Kurz & Knapp: Sortentypisch würziger Lemberger begleitet von Aromen von Cassis, Vanille und Schokolade. Dicht und ausdrucksvoll.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2019 Stettener Häder Riesling Junges Schwaben trocken, Weingut Jochen Beurer

2018 Riesling Junges Schwaben trocken
Weingut Beurer

Boden: Stubensandstein
Vinifikation und Ausbau: drei Wochen Kaltmazeration, Spontangärung und Ausbau im großen Holzfass, ohne Fitration abgefüllt.
Alkohol: 12,5 %
Restzucker: 3,2 g/l
Säure: 5,5 g/l

Farbe: Gelbe Farbe, strahlend grüne Reflexe.
In der Nase: stark fruchtig nach Aprikose, Pfirsich, Limette, Zitrusnoten, Birne, Apfel, gepaart mit einer leichten Hefenote.
Am Gaumen: Brillant, saftig, elegant und mineralisch mit Anklängen von Grapefruit, Zitrusnoten, Pfirsich, Aprikose, Ananas, grünem Apfel und Limette. Salzig, würzig und animierend.
Fazit: Jochen Beurer ist es gelungen, einen unglaublichen Wein zu keltern: Einen wunderbaren Riesling mit viel Druck am Gaumen. Der Wein glänzt nicht nur durch Eleganz, Finesse und Mineralität, sondern auch mit einer schönen Fruchtigkeit. Ein Riesling mit viel Potenzial, aber auch baldigem Trinkgenuss. Bravo!
Kurz & Knapp: Ein wundervoller Riesling mit fruchtigen Aromen von Aprikose, Grapefruit und Ananas. Mineralisch und elegant, mit viel Druck am Gaumen.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"