JS-Weine

Winzer, Weine, Originale

Die Tropfen mit dieser Vignette verkörpern für ihre Macher die Idealvorstellung vom Wein: besondere Ausdrucksstärke, nachhaltiger Geschmack und komplexes Aromenspiel, das durch innere Kraft und Mineralität gebildet wird. Grundlage dieser Weine sind allerbeste Trauben aus perfekt gepflegten Anlagen mit rigorosen Ertragsbeschränkungen. So entstehen – mit sehr viel Zeit bei der Weinwerdung und beim Ausbau im Keller – ungewöhnlich dichte und vielschichtige Kreszenzen als Ausdruck der ganz persönlichen Handschrift des jeweiligen Junges Schwaben-Winzers. Jeder Wein mit der JS-Vignette muss einstimmig von allen fünf Mitgliedern zugelassen und mit dem Schriftzug „Junges Schwaben“ auf dem Etikett gekennzeichnet als Qualitätswein vermarktet werden. Die Roten kommen frühestens zwei Jahre nach der Ernte in den Verkauf, die Weißen nach einem Jahr. Der Öffentlichkeit vorgestellt werden sie bei der jährlichen JS-Präsentation Ende Januar in Stuttgart. Jochen Beurer hat sich dabei auf die Rebsorte Riesling spezialisiert, Sven Ellwanger auf den Sauvignon Blanc, Hans Hengerer auf den Spätburgunder, Rainer Wachtstetter auf den Lemberger; einzig Jürgen Zipf kreiert Jahr für Jahr eine rote Cuvee..

Aufgrund der ausgezeichneten Traubenqualitäten und der langen Ausbaudauer kommt die moderne Kellertechnik bei den JS-Weinen nur sehr sparsam zum Einsatz. Sie sind nach ihrer Freigabe genussbereit, aber noch nicht perfekt ausgereift. Jeder Junges Schwaben-Wein hat eine lange Entwicklungsphase vor sich, bis er seine Persönlichkeit zur vollen Entfaltung bringt. Deshalb sollte sich der Genießer (oder die Genießerin) gleichfalls Zeit nehmen nach dem Entkorken. Am besten kommen die edlen Tropfen in großen Gläsern zur Geltung. Sie profitieren von der Belüftung in einer Karaffe. Viel Vergnügen!

 
2012 Heilbronn Stiftsberg Spätburgunder Junges Schwaben trocken, Weingut Kistenmacher & Hengerer

2012 Heilbronn Stiftsberg Spätburgunder Junges Schwaben trocken
Weingut Kistenmacher & Hengerer

Boden: Keuperverwitterung
Vinifikation und Ausbau: 14 Tage Maischegärung, 12 Monate in Barriques ausgebaut, unfiltriert abgefüllt
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 1,7 g/l
Säure: 4,7 g/l

Der Wein hat eine strahlende, kirschrote Farbe. Die Verführung durch diesen Wein beginnt gleich beim Riechen: Er verströmt wunderschöne Aromen von Süßkirschen, süßen Himbeeren, Pflaumen, Zimt, Pfeffer, Schokolade und Mandeln. Der Ausbau im Barrique lässt schöne Röst- aromen, dezente Specknoten, Schokolade und Kakao erkennen. Diese Holznoten dominieren den Wein nicht - er ist sehr elegant. Am Gaumen ist der Wein ein wahrer Stempel des Stils von Hans Hengerer. Der Wein wirkt nicht übermächtig oder gar erdrückend. Er strahlt vielmehr Eleganz und Finesse, gar Sensibilität aus. Hier finden sich Aromen von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen, Nelken, Schokolade und eine sehr elegante und feine Tanninstruktur. Die Tannine sind süß, sehr gut ausgereift und geben dem Wein eine gute Komplexität. Der Abgang ist sehr animierend und saftig. Ein Wein mit sehr viel Trinkspaß und der Spiegel eines sehr klassischen Spätburgunder-Jahrgangs. Ein Wein für Fans.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2012 Junges Schwaben Rotwein Cuvée trocken, Weingut Zipf

2012 Junges Schwaben Rotwein Cuvée trocken
Weingut Zipf

Boden: Unterer bunter Mergel
Vinifikation und Ausbau: Kaltmazeration, Maischegärung, 22 Monate in Barriques ausgebaut (80% neue Fässer), unfiltriert abgefüllt
Rebsorten: Lemberger, Spätburgunder, Merlot
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 4,1 g/l
Säure: 4,9 g/l

Rotweincuvées sind bekanntermaßen eine Stärke von Jürgen Zipf. Dieser Wein ist der Beweis dafür. Er hat eine sehr dichte Farbe mit einem schwarzen Kern und einem leichten violetten Rand. Eine sehr gelungene Cuvée aus Lemberger, Spätburgunder und Merlot. Alle Rebsorten finden sich mit ihrer Charakteristik im Wein wieder: Der Merlot mit Brombeer-, Cassis- und Pfeffernoten, der Spätburgunder mit Kirschen- und Mandelnoten und der Lemberger mit Pfeffer- und Brombeernoten. Die einzelnen Düfte verbinden sich in der Nase zu einem komplexen Ganzen. Dies zwar erst nach einer gewissen Zeit des Sauerstoffkontakts, aber dann umso intensiver. Am Gaumen finden sind Aromen wie Cassis, Brombeer, süße Kirschen, Pfeffer, Lorbeer und Nelken, ergänzt von Leder, Schokolade, Lakritze und von feinen Röstaromen, die wiederum verraten, dass der Wein im neuen Holz ausgebaut wurde. Der Wein ist sehr schön strukturiert und samtig mit einer feinen Tanninstruktur und einer eleganten Säure. Ein Wein, der sich zweifellos sehr schön entwickeln wird.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2013 Sauvignon Blanc Junges Schwaben trocken, Weingut Bernhard Ellwanger

2013 Sauvignon Blanc Junges Schwaben trocken
Weingut Bernhard Ellwanger

Boden: Stubensandstein
Vinifikation und Ausbau: 60 Stunden Kaltmazeration der abgebeerten Trauben, Spontangärung in gebrauchten Holzfässern, 3 Monate Ausbau im Edelstahltank auf der Feinhefe.
Alkohol: 12,5 %
Restzucker: 5,6 g/l
Säure: 6,6 g/l

Der Wein hat eine sehr präsente, gelbe, strahlende Farbe mit grünen Reflexen. Man merkt, dass die Sauvignon Blanc-Traube eine ganz große Stärke von Sven Ellwanger ist. Der Wein hat eine sehr schöne und animierende Aromatik. Das Aromenspektrum reicht von Zitrus, Grapefruit, Stachelbeeren, grüner Paprika, vegetabile Komponenten, grüne Äpfel, Limette, Mango, Passionsfrucht bis hin zu feiner Litschi. Am Gaumen ist der Wein nicht weniger beeindruckend. Im Gegenteil! Der Wein wirkt sehr strukturiert, saftig und dicht. Die exotischen Noten im Duft des Weines finden sich auch am Gaumen wieder. Konkret erfreuen Mango, Litschi, Limette, Stachelbeere, dezente Buchs-Noten und Grapefruit den Gaumen. Der Wein hat eine schöne Tiefe, Mineralität und Komplexität und wird sich sicher phantastisch entwickeln. Der Ausbau im Holzfass verleiht dem Wein eine schöne Struktur und wirkt nicht dominierend. Ein sehr schöner Sauvignon Blanc, der noch mehrere Jahre Freude schenken wird.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2012 Pfaffenhofen Hohenberg Lemberger Junges Schwaben trocken, Weingut Wachtstetter

2012 Pfaffenhofen Hohenberg Lemberger Junges Schwaben trocken
Weingut Wachtstetter

Boden: Schilfsandstein und Gipskeuper
Vinifikation und Ausbau: 25 Tage traditionelle Maischegärung. Ausbau über 20 Monate in 30% neuen und 70% gebrauchten Barrique-Fässern, unfiltriert abgefüllt.
Alkohol: 13,5 %
Restzucker: 2,3 g/l
Säure: 5,0 g/l

Mit diesem Wein fährt Rainer Wachtstetter zu seiner Hochform auf. Der Lemberger ist ganz offensichtlich seine Lieblingstraube. Die Farbe dieses Weines ist sehr dicht, mit einem schwarzen Kern und einem violetten Rand - ein Zeugnis für die Jugendlichkeit des Weines. In die Nase strömen Noten von Cassis, süßen Kirschen, Brombeeren, Pfeffer, Nelke, Zimt und Vanille. Nach einer gewissen Zeit enthüllt der Wein außerdem Lakritze, Pflaume, Feige, Lorbeer, frischer Majoran sowie dezent Mandeln. Am Gaumen ist der Wein sehr stoffig und hat eine sehr schöne Tanninstruktur (Reife) und Komplexität. Hier finden sich Aromen von Cassis, Brombeer, Kirsche, Erdbeer und Himbeer. Die Gewürznoten, die sich in der Nase finden, sind auch am Gaumen gut wahrnehmbar. Schokolade, Röstaromen und Vanille verraten den Ausbau im Barrique. Der Wein hat trotz aller Kraft und Länge eine sehr schöne Eleganz und wird in den nächsten 5-10 Jahren sehr viel Freude bereiten.
Ein großer Lemberger!

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"
2013 Stettener Häder Riesling Junges Schwaben trocken, Weingut Beurer

2013 Stettener Häder Riesling Junges Schwaben trocken
Weingut Beurer

Boden: Stubensandstein
Vinifikation und Ausbau: Spontangärung und Ausbau im großen Holzfass
Alkohol: 13,0 %
Restzucker: 4,8 g/l
Säure: 7,4 g/l

Der Wein hat eine sehr schöne und strahlende Farbe mit feinen Gelbtönen und grünen Reflexen. Die vielschichtigen Aromen dieses schönen Rieslings sind charakteristisch für die Lage Häder und den Stil von Jochen Beurer. So finden sich in der Nase deutliche Noten von reifen Birnen, süßem Apfel, Quitte, Aprikose, Ananas, Zitrusfrüchte und nussigen Komponenten. Eine kleine feine Hefenote verrät den langen Ausbau auf der Hefe. Am Gaumen präsentiert sich der Wein saftig, mineralisch, animierend, sogar explosiv. Starke Noten von Birne, Zitrus, Grapefruit, Ananas, gelben Früchten, Quitten und grünem Apfel prägen den Geschmack. Der Wein hat einen sehr schönen und komplexen Abgang. Ein Wein, in den man sich spontan verlieben kann und der sicherlich in den nächsten 10 Jahren problemlos reifen wird.

Verkostungsnotizen von Evangelos Pattas, Sommelier und Inhaber des Restaurants Délice in Stuttgart sowie "Sommelier des Jahres 2007"